Frohsinn Nofels: "Aus Freude am Singen"Anmelden

Chronik

In den Wintermonaten 1893/1894 haben sich einige sangesfreudige Nofler zusammengetan und mit Gesangsproben begonnen. Das hatte sich wohl bewährt, denn am 2. Februar 1894 wurde unter Nikolaus Furxer der Gesangsverein Frohsinn Nofels als Männerchor gegründet.

Bis 1900 gestaltete dieser Männerchor auch den Kirchengesang. Im Jahre 1912 beteiligte sich der Verein am großen Sängerfest in Nürnberg. Während des Ersten Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit und wurde erst 1919 wieder aktiv aufgenommen. Am 27. August 1922 erfolgte die feierliche Weihe der Vereinsfahne mit der Fahnenpatin Frau Altvorsteher Maria Büchel. 1928 erlebte der Gesangsverein als einen Höhepunkt das Internationale Sängerfest in Wien.

Inzwischen war 1914 unter Christian Stieger ein gemischter Chor als Kirchenchor gegründet worden, der nun den Kirchengesang übernahm. Auch dieser Chor erhielt eine Fahne, welche am 21. Mai 1923 feierlich geweiht wurde. Fahnenpatin war die Sopranistin Berta Biedermann.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden alle behördlich registrierten Kirchenchöre aufgelöst. Im Jahr 1938 wurden daher beide Chore vereinigt und als gemischter Chor "Frohsinn Nofels" weitergeführt. Die Vereinstätigkeit musste sich allerdings auf Heldenehrungen gefallener Mitbürger beschränken. Erst 1945 konnte die Vereinstätigkeit wieder im vollen Umfang aufgenommen werden. Im vollen Umfang deshalb, weil sich die Tätigkeit der Vereinsmitglieder ja nicht nur auf Proben und gelegentliche Aufführungen beschränken sollte und beschränkte. Schon die Satzungen des Kirchenchores hatten als Zweck des Vereines folgendes vorgesehen:

2. Zweck des Vereines:
a) zur Hebung, Förderung und Pflege der kath. Kirchenmusik
b) bei weltlichen Festlichkeiten mitzuwirken und zur Geselligkeit beizutragen.

Auch die Art und Weise, wie dies zu verwirklichen wäre, wurde nicht dem Zufall überlassen. Der Originaltext lautet:

3. Mittel zur Erreichung des Zweckes:
a) Durch Abhaltung regelmäßiger Proben, deren Zahl und Ort der Chorregent bestimmt.
b) Durch regelmäßige Aufführungen kirchlicher Tonwerke an Sonn- und Festtagen, sowie auch bei besonderen kirchlichen Anlässen in der Pfarrkirche.
c) Durch Veranstaltung weltlicher Konzerte und Unterhaltungen.

Schon der Kirchenchor war also nicht "bloß" für die Messgestaltung zuständig sondern vielseitig interessiert und engagiert gewesen. Nach dem Zusammenschluss der Chöre übernahm der Frohsinn auch den Kirchengesang.

Nach Nikolaus Furxer, Schulleiter und Gründer des Männerchores Frohsinn, Ferdinand Lins und Christian Stieger, Schulleiter und fast 60 Jahre Organist in Nofels, wurde im Jahre 1957 Hansi Burtscher Chorleiterin. Im selben Jahr gründete sie den Jugendchor, später machte sie schon mit den Kleinsten musikalische Früherziehung. 1985 übernahm Helmut Sonderegger das Amt der Chorleiters. Hildegard Müller leitete von 1987 bis 1999 den Kinder- bzw. Jugendchor, seither engagiert sich Angela Suterlütti für den Nachwuchs.

1986 wurde schließlich in feierlichem Rahmen die im Kloster der Dominikanerinnen zu Altenstadt vorbildlich restaurierte Vereinsfahne neu geweiht. Fahnenpatinnen wurden Helene Müller und Senta Büchel, die Tochter der ursprünglichen Fahnenpatin.

Von Anfang an waren es vor allem die Unterhaltungen, die zu einer Zeit, als das Fernsehen noch nicht so die Abende bestimmte, regen Anklang fanden und heute noch (oder vielleicht wieder) viele anlocken. Singspiele und Operetten, Theater und Schwänke, wurden aufgeführt, wie etwa unter Christian Stieger "s`Trauringl", "Die Försterbraut" oder danach mit Hansi Burtscher "Im weißen Rössl" (1959) oder "Charlys Tante".

Fixpunkte waren natürlich die weltlichen und geistlichen Konzerte sowie die Messgestaltungen an kirchlichen Feiertagen mit mehrstimmigen Messen in lateinischer oder deutscher Sprache und zum Teil mit Instrumentalbegleitung.

Festkonzerte gemeinsam mit anderen Chören und vielfältige Aktivitäten wie Sängerfeste, Rundfunkaufnahmen, Konzertreisen, Theateraufführungen und vieles andere mehr gab es. die Vereinstätigkeit war also seit jeher bei kirchlichen und weltlichen Anlässen überaus rege. Dass aber nicht nur viel sondern auch ein hohes Niveau geboten wird, das bei Zuhörern und in Fachkreisen Anerkennung findet, ist das Bestreben.

Die Ergebnisse bei den Wertungssingen des Chorverbandes Vorarlberg zeigen auch, dass die Bemühungen erfolgreich sind:

  • Wertungssingen 1994  Thüringen
    Kategorie C - schwere Chormusik
    "SEHR GUT"
  • Wertungssingen 1997  Nenzing
    Kategorie C - schwere Chormusik
    "AUSGEZEICHNET"
  • Wertungssingen 2000  Götzis
    Kategorie C - schwere Chormusik
    "SEHR GUT"
  • Wertungssingen 2008  Feldkirch
    Kategorie C - schwere Chormusik
    "SEHR GUT" 

Konzerte waren überdies häufig unter ein besonderes Motto gestellt. Zum Beispiel wurde 1959 ein Gartenkonzert unter dem romantischen Titel "Frühlings- und Liebeslieder im Volkston" gegeben, ein Konzert- und Liederabend beschäftigte sich 1973 mit der Jagd in der Musik, ein anderer 1982 unter dem Titel "Stimmen der Völker" mit Liedern aus aller Welt. Manch einer erinnert sich vielleicht an das Frühjahrskonzert 1986, welches nicht ganz tierisch ernst gemeint war, denn unter anderem wurden der Kuckuck, ein Kikeriki, das Huhn und der Karpfen, der Floh, die Martinsgans, El  Grillo, s`Schnäggle, das ästhetische Wiesel und das Perlhuhn, das seine Perlen zählt, besungen. Die beiden letztgenannten Lieder sind übrigens Eigenproduktionen des Frohsinns nach Gedichten von Christian Morgenstern.

Ein silbiges Konzert wurde 1989 veranstaltet und war ganz auf dem Silbensingen aufgebaut, denn "Es war einmal ein Sänger, dem plötzlich die dritte Strophe eines Liedes nicht mehr einfiel. So sang er einfach silbig weiter und niemand bemerkte den Ausfall seines Gedächtnisses, ja er erntete für diesen Einfal-la sogar großen Beifal-la-la".

Immer mehr wurden die Konzertprogramme auch nicht mehr „nur“ für Zuhörer sondern auch für Zuseher gestaltet. Vorbei die Zeiten, in denen sich der Chor einfach in schöner Konzertkleidung auf die Bühne stellte, jetzt kam auch Bewegung in das Ganze. Bei einem Workshop mit Monika Zöhrer aus Wien im Jahre 1997 wurde für manche Lieder eine Choreographie erarbeitet. Das brachte etwa „Wochenend und Sonnenschein“ so richtig in Schwung und wurde auch in den folgenden Konzerten beibehalten. Die Serenade schließlich, das erste Konzert mit Gaby Derflinger als Chorleiterin, wurde auch optisch mit passenden Kostümen aufgeputzt. Passend zu „Liedern aus aller Welt“ fanden sich Sänger als Mexikaner, Appenzeller, Afrikaner oder Spanier ein. Auch wenn solche Nebensächlichkeiten wesentlich mehr Vorbereitung auf ein Konzert erfordern, so macht es schlussendlich doch einfach dem Publikum und den Sängern mehr Spaß und ist ein Bereicherung für beide Seiten.

Seit 2000 hat nun Gaby Derflinger das Zepter übernommen und mit der Serenade im Haus Nofels, den traditionellen Konzerten, Adventkonzert und Benefizkonzerten zugunsten von Hochwasseropfern und der Kirchenrenovierung auch neue Akzente gesetzt. Unter ihrer Leitung wird auch das Jubiläumskonzert durch das Zusammenspiel mehrerer Richtungen (Musik, Theater, Kabarett) ein vielseitiges Erlebnis werden.

Denn auch Theateraufführungen haben beim Frohsinn Tradition. Auf Anregung der Ehrenchorleiterin Hansi Burtscher hatten sie 1988 ihre Premiere bei der Nofler Kilbi. Außer den Darstellern ist der ganze Verein als Bühnenbildner, als Bedienung im Saal bei den Vorführungen, als Bäcker/innen und Köch/innen, als Auf- und Abräumer etc. beteiligt. Mehr darüber ist auf der Webseite "Theatergruppe" ersichtlich.

Daneben sind die Einlagen vom Frohsinn bei den "Nofler-Bällen" nicht mehr wegzudenken.

Veranstaltungen wie das Jubiläumskonzert am 15. Mai 2004 oder die Theateraufführungen brauchen außer vollem Einsatz der Akteure im Vorder- und im Hintergrund aber auch ein Publikum, das die ganze Mühe Wert ist. Und das hat der Frohsinn bisher immer gefunden. Wenn sie uns also weiterhin so großartig unterstützen, dann wird der Frohsinn noch mehr solche runden Jubiläen feiern können.

Chorleiter von 1894 bis heute:

Nikolaus Furxer
1894 - 1936
Ferdinand Lins
1936 - 1938
Christian Stieger
1938 - 1957
Hansi Burtscher
1957 - 1984
Helmut Sonderegger
1984 - 2000
Gaby Derflinger
seit 2000

Christian Stieger war auch Leiter des Kirchenchores von 1914 bis 1938